Eine etwas andere Trainingseinheit

Eine etwas andere Trainingseinheit

Der Verkehr auf der Marktstraße kam kurz zum Halt. Aber nein, es war kein Unfall, der die Autofahrer aufhielt, sondern mehr als 100 Läufer mit Nikolausmützen und roten Schaumstoffnasen. Ihre Verblüffung überwanden die Verkehrsteilnehmer allerdings schnell, einige lächelten und winkten den Läufern fröhlich zu. Ein Lauf für den guten Zweck? Dafür kann man auch mal eben kurz anhalten. Zum zweiten Mal fand der Red Nose Run in Backnang statt, mit der Resonanz ist Veranstalter Rolf Hettich durchaus zufrieden.
Ein gemeinsames weihnachtliches Work-out hatte Rolf in seiner Funktion als Laufend-BKZ-Betreuer angekündigt, ganz ohne Startgeld oder Zeitnahme, der Spaß sollte im Vordergrund stehen, außerdem liefen wir schließlich für den guten Zweck. Für die Gruppe war dies eine willkommene Abwechslung zu dem schweißtreibenden Trainingsprogramm unter der Leitung von AOK-Sportpädagogin Brigitte Würfel. Dementsprechend zahlreich erschienen auch die Läufer im roten T-Shirt – Brigitte inbegriffen.
Für mich war der Red Nose Run ein erster Test, nachdem ich verletzungsbedingt anderthalb Wochen aussetzen musste. Zum einen war es für mich das erste Mal auf der Silvesterlaufstrecke, außerdem war die eine gemeinsame Runde ein guter Rahmen, um die Belastbarkeit meines lädierten Knies auszuprobieren. Der große Zuspruch meiner Mitstreiter, die sich nach meiner Form erkundigten und mir viele gute Ratschläge gaben, tat sein Übriges, dass ich mich richtig auf den Red Nose Run freute – beinahe sogar noch mehr als auf den anschließenden Glühwein.
Ganz ohne das übliche Aufwärmprogramm starteten wir direkt auf die Strecke, dem Nikolaus auf dem Fahrrad hinterher. Zum Glück schlug der ein eher gemächliches Tempo an, sodass wir alle problemlos dranbleiben konnten. Allerdings war es erst einmal gar nicht so einfach, im Gedränge einen sicheren, gleichmäßigen Schritt beizubehalten. Erst als wir die scharfe Kurve in die Grabenstraße genommen hatten, entspannte sich die Lage etwas. Weiter ging es auf der Talstraße, der Abschnitt der Silvesterlaufstrecke, der laut meinem Kollegen Steffen Grün der schwierigste sein wird. „Die Marktstraße ist zwar anstrengend, aber da feuern dich alle an“, hatte er mir erklärt. Während der 600 Meter langen flachen Strecke neben der Murr sei man hingegen mit seinen Gedanken allein gelassen – da falle das mit der Motivation manchmal schwerer.
Um meine Motivation mache ich mir derzeit weniger Sorgen, wichtig ist für mich vor allem, dass die Knieprobleme überwunden sind. Allein was das angeht, war der Red Nose Run ein voller Erfolg. Zwar spürte ich unterwegs noch das eine oder andere Zwicken, aber alles in allem überstand ich die Runde durch die Backnanger Innenstand ohne größere Beschwerden. Die Übungen, die Brigitte mir zur Kräftigung meines Knies gezeigt hatte, zeigten gute Resultate. Nachdem ich in der vergangen Woche ernsthafte Zweifel hatte, ob ich an Silvester überhaupt an den Start gehen kann, habe ich jetzt mein ursprüngliches Ziel wieder voll im Blick: Beim Silvesterlauf eine Zeit von unter einer Stunde zu laufen.

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