Hauptsache, alle kommen ins Ziel

Hauptsache, alle kommen ins Ziel

Gut zwei Monate trainieren wir schon, einige von uns haben beim Aspacher Volkslauf und beim Saisonabschlusslauf in Schwaikheim auch schon die ersten Erfahrungen auf der Strecke gemacht. Und die Hausaufgaben, die uns AOK-Sportpädagogin Brigitte Würfel jede Woche mit auf den Weg gibt, werden umfangreicher. Waren es anfangs noch Laufintervalle von zwei Minuten mit Gehpausen dazwischen, laufen auch die Einsteiger inzwischen schon 40 Minuten am Stück. Am Sonntag stand ein weiterer Meilenstein der Vorbereitung auf den Silvesterlauf an: ein Probelauf über 10 Kilometer. Für viele von uns – inklusive mir – war es das erste Mal, dass wir diese Distanz in Angriff nahmen. Das Betreuerteam versuchte, es uns nicht allzu schwer zu machen. Die Strecke von Oppenweiler bis Sulzbach an der Murr und zurück ist weitestgehend eben und asphaltiert.
Bevor wir aber losliefen, ging es ans gemeinsame Warmmachen. Lockeres Laufen mit eingebauten Koordinationsübungen wie Hopserlauf, Fersen hochziehen, Ausfallschritte und Seitgalopp. „Wir laufen ja bald 15 Kilometer“, kommentierte ein Teilnehmer das umfangreiche Programm. Brigitte blieb hart. Ihrer Meinung nach ist das Warmmachen wichtiger als der eigentliche Lauf. „So könnt ihr Verletzungen vorbeugen“, erklärte sie. Mit entsprechender Vorbereitung könnten wir guten Gewissens vom Start an Gas geben. Allerdings warnte die Sportpädagogin auch: „Wenn ihr nach einem Kilometer auf die Uhr schaut und bei sechs Minuten seid, heißt das für die meisten von euch, dass ihr zu schnell unterwegs seid.“ Kein Problem, ich hatte gar keine Uhr dabei. Brigitte war es wichtig, dass jeder sein eigenes Tempo läuft, ohne sich von den Mitlaufenden beeinflussen zu lassen. „Das ist kein Wettrennen“, schärfte sie uns ein.
Dann ging es an die Startlinie, Rolf Hettich zählte von zehn runter und startete die große Uhr. Die Schnelleren in der Gruppe legten gleich ein ordentliches Tempo vor. „Lass sie springen“, riet mir Brigitte. Nicht dass ich eine andere Wahl hatte, das Tempo würde ich keine 10 Kilometer durchhalten. Recht schnell fand ich mich in einer Dreiergruppe mit Falko und Walter wieder. Ein bewährtes Team, hatte ich mich doch bereits in Aspach an ihre Fersen geheftet. Anfangs unterhielten wir uns noch munter, später war nur noch angestrengtes Schnaufen zu hören. Falko gab uns immer wieder einen Zwischenstand. Bei Kilometer 3 zeigte seine Uhr 18 Minuten und 50 Sekunden – für meine Begriffe erstaunlich schnell. Ich fühlte mich aber noch gut. Am Wendepunkt bei Kilometer 5 waren es 31 Minuten und 20 Sekunden. „Schneller als in Aspach“, kommentierte Falko. Zugegeben, die Strecke in Aspach war anspruchsvoller, dafür hatte ich jetzt aber auch kein Seitenstechen.
Ich hätte erwartet, dass es mental einfacher werden würde, je näher wir dem Ziel kommen. Da lag ich falsch. Die letzten beiden Kilometer zogen sich gefühlt unendlich in die Länge. Die Aufforderung zum Schlussspurt ignorierte ich – es bleib mir nicht viel anderes übrig. Nach 1 Stunde 2 Minuten und 40 Sekunden überquerten Walter und ich im Gleichschritt die Ziellinie. Ein zufriedenstellendes Ergebnis, das mein Ziel, beim Silvesterlauf unter einer Stunde zu bleiben, gar nicht mehr so weit weg erscheinen lässt. Auch die anderen Teilnehmer haben die 10 Kilometer allesamt bewältigt. Wie wir in den knapp sechs Wochen bis Silvester unsere Geschwindigkeit noch steigern können, haben wir beim gemeinsamen Training in der vergangenen Woche erfahren: Zwischendrin haben wir da einen kurzen Spurt eingelegt.

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