Den ersten Härtetest mit Teamarbeit gemeistert

Den ersten Härtetest mit Teamarbeit gemeistert

Das Wetter hatte es nicht gut mit den Läufern gemeint. Eiskalter Wind schlug den Besuchern in Kleinaspach entgegen. Trotzdem hatten sich bibbernd einige wagemutige Teilnehmer des Projekts Laufend BKZ eingefunden, die beim Aspacher Volkslauf ihrem ersten Härtetest entgegentreten wollten. Die Zeit der kurzen Laufintervalle und Gehpausen ist endgültig vorbei. 15 von uns – inklusive der vier Betreuer, die mit dabei waren – hatten sich für die 5-Kilometer-Distanz angemeldet, einer stellte sich bereits der Herausforderung, 10 Kilometer zu laufen. Passend zum Lauf-Event war auch der neue Schwung von Laufend-BKZ-Shirts angekommen, sodass wir auch optisch gleich als Team zu erkennen waren. So ging es dann auch ans Aufwärmen und so langsam fing das große Kribbeln an. „Wer ist nicht nervös?“, fragte Uwe in die Runde. Niemand meldete sich. „Gut so“, befand er. So müsse das sein.
Was aber sollte das Ziel sein? Ankommen, klar. Das stand ganz vorn. Aber in welcher Zeit? „Was hast du dir als Ziel gesetzt, 30 Minuten?“, lockte Falko mich. Ich wäre schon zufrieden, würde ich unter 40 Minuten bleiben, war meine Antwort auf diese Frage. Das nahm mir Falko dann doch nicht ab. Er hatte angeboten, nicht sein übliches Tempo zu laufen, sondern uns Anfängern als Fixpunkt zu dienen. Denn zu schnell loszulaufen, sei der klassische Anfängerfehler, das hatte uns auch unsere Trainerin, die AOK-Sportpädagogin Brigitte Würfel, im Vorfeld mit auf den Weg gegeben. „Ich laufe so los, dass etwa eine 32er-Zeit am Ende dabei rauskommt“, sagte Falko. Da wurde nicht nur mir etwas mulmig. So schnell sollten wir laufen? „Das schafft ihr“, war sich unser Betreuer sicher. Die Stimmung eines Wettkampfes tue ihr Übriges, da laufe jeder schneller als im Training. Nun gut, ich wollte es wagen.
Als der Startschuss erklang, heftete ich mich also an Falkos Fersen. Reihenweise zogen die schnelleren Läufer an uns vorbei. Das hatten uns die Erfahrenen in der Gruppe vorhergesagt. Nicht davon verrückt machen lassen, hieß es. Der Kurs begann nach der ersten Kurve gleich mit einem langen Anstieg. Schaffte ich es wirklich, an Falko dranzubleiben? Mir kamen die ersten Zweifel. Zu Recht, wie sich herausstellte. Denn nach etwas mehr als einem Kilometer musste ich ihn ziehen lassen. Das Tempo war mir zu hoch. Aber ich konnte ihn noch sehen, zu groß sollte der Anstand nicht werden. Es lief auch alles soweit gut – bis etwa bei Kilometer drei ein weiterer Anstieg kam. Und der hatte es in sich.
Schnaufend quälte ich mich hoch, hatte inzwischen Seitenstechen bekommen. Das durfte doch nicht wahr sein! Da trainierte ich dreimal die Woche und schaffte noch nicht einmal die fünf Kilometer? Meine Stimmung war an einem Tiefpunkt angelangt. Oben angekommen, ging Walter, ein weiterer Teilnehmer von Laufend BKZ, an mir vorbei. Er mache jetzt mal ein bisschen die Führungsarbeit, informierte er mich. Ich brachte ein schwaches „Okay“ zustande und konzentrierte mich voll und ganz darauf, an ihm dranzubleiben. Mein Blick wich nicht von seinen Waden und ich versuchte, den Gedanken zu verbannen, dass er offenbar besser drauf war als ich, obwohl er etwa doppelt so alt ist. Ankommen war alles was zählte. Die Zeit konnte gar nicht mehr gut werden, dachte ich, und an einem Schlussspurt war sowieso nicht mehr zu denken.
Dann kam sie endlich in Sicht, die letzte Kurve. Drumherum gelaufen, konnte ich schon das Ziel sehen und traute meinen Augen nicht. Stand die Uhr tatsächlich erst bei knapp 32 Minuten? In diesem Moment war auch das Seitenstechen vergessen. In 32:24 Minuten hatte ich die fünf Kilometer geschafft. Ich war euphorisch. Ein Blick in die Gesichter meiner Mitstreiter zeigte mir, dass auch sie mit ihrer Leistung zufrieden waren. Wir hatten unseren Härtetest gemeistert. In meinem Fall war es ein richtiges Stück Teamarbeit.

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