Was vom Tage übrig bleibt

Was vom Tage übrig bleibt

Von Lorena Greppo

BACKNANG. Wenn die meisten Straßenfestbesucher wohl schon wieder schlafen, startet für 13 Männer des städtischen Bauhofs die Arbeit erst so richtig. Um 2 Uhr treffen sie sich, um die Stadt wieder sauber zu machen. Flaschen, Papier, Kartonagen, Servietten und Zigarettenstummel bestimmen das Straßenbild, wie Bauhofleiter Roland Stampfl erzählt. Mit zwei Kehrmaschinen und einigen Besen werde das alles beseitigt. „Wir gehen da rigoros durch, das wird alles zusammengeräumt.“ Zwar hätten seine Mitarbeiter ein Auge darauf, dass etwaige Ausweise aufgesammelt werden, aber ansonsten sei eine Mülltrennung nicht möglich. „Das ist nicht machbar bei solchen Mengen“, sagt er. Die gewöhnlichen Mülleimer seien am Ende des Tages stets rappelvoll, deswegen wurden etwa 300 Tonnen mit einem Fassungsvermögen von je 240 Litern im ganzen Stadtgebiet aufgestellt. Einige Gaststättenbetreiber stellten ihren Müll aber einfach in den Straßen ab – im Wissen, dass der Bauhof aufräumt. „Bevor wir da viel rumtelefonieren, wer‘s war, nehmen wir das einfach alles mit“, erklärt Stampfl gelassen. Besonders in der ersten und in der letzten Nacht komme viel Verpackungsmüll der Standbetreiber hinzu.
Umso wichtiger sei es da, dass die Bauhof-Angestellten ein eingespieltes Team sind. Während des Straßenfests seien eigentlich immer die gleichen Mitarbeiter im Einsatz, erzählt Stampfl. Durch den Nachtzuschlag verdienten diese natürlich „gutes Geld“, doch ein Zuckerschlecken ist der Einsatz nicht. Bis acht Uhr morgens sind die Männer oft im Einsatz, tagsüber verrichten sie dennoch ihren Dienst. „Es ist nunmal Straßenfest“, sagt der Bauhofleiter achselzuckend. Auch er hilft beim Aufräumen mit, gibt aber zu: „das sind anstrengende zwei Wochen.“ Denn nicht nur am Wochenende selbst muss der Bauhof anpacken, auch Aufbau und Abbau gehören dazu.
In der Nacht kommt es dann auch mal vor, dass sich die Mitarbeiter um den einen oder anderen Betrunkenen kümmern müssen. Da rufe man die Polizei, oder wenn erforderlich, die Einsatzkräfte des DRK. Auseinandersetzungen mit pöbelnden Straßenfestbesuchern habe es zwar schon gegeben, „aber normalerweise sind die Leute vernünftig“, findet Stampfl. Trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit sei auf den Straßen noch richtig was los, wenn sauber gemacht wird. An manchen Ständen hielten auch Ehrenamtliche Nachtwache. Die Saubermänner hält das nicht vom Arbeiten ab – beginnend am Adenauerplatz über den Schillerplatz, die Tal- und die Annonaystraße reinigen sie den gesamten Innenstadtbereich, bevor gegen 5 Uhr morgens die Feuerwehr die Straßen mit Wasser abspritzt und die Müllabfuhr die zusammengefegten und an zentralen Punkte gesammelten Hinterlassenschaften des Fests wegräumt. Wenn am Morgen die ersten Besucher wieder durch die Straßen schlendern, ist die Stadt längst wieder sauber.

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